In ihren Augen spiegelt sich die Angst wider, ihre Bewegungen sind apathisch und die Blicke voller Erstarren. Was las ein Spiel zu beginnen scheint, entpuppt sich besorgniserregende Geste. Sie fantasiert, sieht Frauen vor dem Schulgelände, die ihr Angst einjagen und keiner weiß, was in ihr vorgeht. Wir bringen sie ins Klassenzimmer, wo gegen sieben Uhr abends der Unterricht weiter fortgesetzt wird, doch alles was wir sehen können, ist das sie stoisch aus dem Fenster starrt und bangen Blickes fernab unserer Welt versunken ist. Es ist zugleich mein Abschied von ihr, denn mit dem Läuten der Unterrichtsglocken zu später Abendstunde endet mein Aufenthalt an der Early Learning School, um mich erneut zu verabschieden bis zur Rückkehr im Oktober. Doch diese Bilder lassen mich nicht mehr los für die folgenden Stunden, denn es ist auch nur der zweite Teil einer entsetzlichen Geschichte rund um einen meiner Lieblinge.
Wann immer man sich die Zeit nimmt, einen Schritt zurückzutreten und das Leben hier von kleiner Ferne zu betrachten, wird man merken, dass in jeder Sekunde so viel Leben steckt und so viel Emotion steckt, wie man es selbst gar nicht mitbekommen kann, wenn man mittendrin ist.
Es ist 9 Uhr – gut drei Stunden her, dass die Kinder mit einem Höllenlärm aus dem Haus schwärmten, um singend den Schultag zu begrüßen. „We go, we go – Malayaka House we go!“ Schulfreuden an jedem einzelnen Tag. Gestärkt durch Jessi´s und Denise´ Frühstückspancakes last es sich auch leichter lernen. Mein Tag beginnt hier und mit einem Blick aus der Veranda küsst einen die heiße Morgensonne wach – unter strahlend blauen Himmel.
Der ständige Wechsel der Volontäre verlangt vieles von den Bewohnern ab – immer wieder auf Neue Vertrauen fassen, Zuneigung und Erwartungen eröffnen und jedes Mal neue Gesichter, neue Umgangsformen. Aber auch für alle Volontäre selbst immer wieder spannend – es gilt jedes Mal aufs Neue ein Team zu bilden. In diesem Fall gelingt das sensationell gut und schnell. So haben wir uns auch gleich entschieden, eine Teamsitzung abzuhalten – der Plan ist gefüllt für die kommenden Tage und er verspricht Highlights ohne Ende. Doch aber natürlich auch Arbeit und viele Treffen. Doch wir sind vielzählig hier und so macht teilen der Arbeit Spaß. Während Jessi und Denise sich die Kinder krallten und später Pancakes zum Frühstück vorbereiteten, besuchten wir anderen 4 – Martha, Evon, Sarah und ich die Schule unserer Kinder, um erneut Hospitationen durchführen zu können. Das gesamte Kollegium wurde getauscht und so hat jeder einen neuen Lehrer, aber die Schule freut sich und ist sehr entgegenkommend.